Debatten und Praktiken in Deutschland, Großbritannien und Frankreich


Korruptionskommunikation und „korrupte“ Praktiken in Deutschland, Großbritannien und Frankreich von der Sattelzeit bis zur Hochmoderne 

 

Obwohl gesellschaftliche Debatten über Korruption in den letzten Jahren an Bedeutung stark zugenommen haben, steht die historische Erforschung der Korruption noch am Anfang. Im Rahmen des von der DFG geförderten Projekts soll die erste zeitlich umfassende und ländervergleichende Untersuchung von der Sattelzeit bis zur Hochmoderne (Mitte des 18. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts) unternommen werden. In diesem Zeitraum entstand die bis heute gültige Auffassung von Korruption.

Dabei wird davon ausgegangen, dass Korruption zwei Dimensionen aufweist, nämlich die Kommunikation über Korruption und die als korrupt bezeichneten Praktiken. Innerhalb des Projektes sollen beide Dimensionen untersucht werden.. Anstelle eines überzeitlichen Korruptionsbegriffs wird davon ausgegangen, dass Korruption eine historisch variable Bewertung von Praktiken der Begünstigung ist. Das Besondere moderner Korruptionskritik liegt in ihrem unbedingten Normenanspruch. Die in der Vormoderne noch allgemein akzeptierten Wertesysteme partikularer Interessen (Patronage-Ethos) verloren an Überzeugungskraft, ohne dass die entstehende Rechtfertigungslücke geschlossen wurde. Begünstigungen fanden zwar weiterhin statt, aber in gewandelten Formen und immer stärker im Verborgenen.

Im Zentrum der Untersuchungen stehen daher zwei Fragen: 1. Welche Gründe erklären die zunehmende Unbedingtheit des Korruptionsverbots? 2. Wie verhielt dieses sich zu den kritisierten Praktiken? Zur Beantwortung wird das Phänomen Korruption im Kontext von zwei fundamentalen Prozessen der Moderne untersucht: der Bürokratisierung und der Industrialisierung.

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Institut für Geschichte

Technische Universität Darmstadt

Fachbereich 2

Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften

 

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